Woher kommt der Strom für die Elektromobilität?

Im Nachgang zur Veranstaltung in Niederschönenfeld wurde uns noch die Frage gestellt, woher denn der ganze Strom kommen soll, wenn alle elektrisch fahren.

Dazu haben wir im Vortrag von Conrad Rössel folgende Rechnung gefunden:

Stromverbrauch Deutschland 2015 (Wikipedia) : ca. 600 TWh hier gibt es auch andere Zahlen
Jahresfahrleistung PKW (KBA): 14.300 km
Realverbrauch : 20 kWh / 100 km
→ 2860 kWh = 2,86 MWh p.a. ein Fahrzeug
→ 2,86 GWh 1000 Fahrzeuge
→ 2,86 TWh 1 Mio Fahrzeuge * 46 Mio Fahrzeuge
132 TWh / 600 TWh * 100 % = 22%

Dazu ist zu bedenken, dass:

  • bei einem angenommene Realverbrauch von 18 kWh / 100 km der Strombedarf „nur noch“ 118 TWh / 600 TWh * 100% = nur noch 19,66% Mehrbedarf bedeutet.
    Also schon 2% weniger
    (Oder bezogen auf die 22% schon 10 % – Ach sind Prozentzahlen ohne klare Nennung der Bezugsgröße doch schöne Werkzeuge)
    VW gibt übrigens für den E-Golf einen Verbrauch von 12,7 kWh/100km an 😉 der ADAC verbrauchte 18,2 kWh/100km
  • Die Jahresstromproduktion in den Jahren 2015-2017 liegen übrigens bei 647 – 654 TWh also haben wir da schon > 40 % des Mehrbedarfes
    den wir aktuell halt innerhalb Europas verkaufen weil wir selber in 2016 ja nur 516 TWh verbraucht haben. Quelle
    upps 650-516 = 134 TWh sapperlot wer hat die bloß produziert, das geht doch gar nicht!! ;-)))

Wenn wir jetzt noch den aktuellen Durchschnittsverbrauch der Elektroautos auf Spritmonitor ansetzen, wird es noch „einfacher“.

Fahrzeug Anzahl Ø kWh/100km
Hyundai IONIQ 47 14
Mitsubishi i-MiEV 14 14,3
Citroen C-Zero 13 14,9
Peugeot iOn 11 15
BMW i3 38 15,1
Opel Ampera 14 15,9
Volkswagen Golf 36 16
Smart Fortwo 32 16,1
Nissan Leaf 45 16,3
Renault ZOE 119 16,7
Kia Soul 14 17,5
Tesla Motors Model S 63 20,7
Ø 16,53

Quelle: https://www.spritmonitor.de/de/sparsame_elektrofahrzeuge.html Stand 06.05.2018

Also:

Stromverbrauch Deutschland 2015 (Wikipedia) : ca. 600 TWh hier gibt es auch andere Zahlen
Jahresfahrleistung PKW (KBA): 14.300 km
Realverbrauch : 16,53 kWh / 100 km
→ 2364 kWh = 2,364 MWh p.a. ein Fahrzeug
→ 2,364 GWh 1000 Fahrzeuge
→ 2,364 TWh 1 Mio Fahrzeuge * 46 Mio Fahrzeuge
109 TWh / 600 TWh * 100 % = 18,2%

In 2016 hätten wir also immer noch 134 TWh109 TWh = 25 TWh verkaufen können.

  • Zukunftsforscher sagen vorher, dass die nächste (R-)evolution in Sachen Mobilität die selbst fahrenden Autos sein werden.
    Dabei wird davon ausgegangen, das es dann echte Fahrzeuge und keine Stehzeuge mehr sein werden. (Die meisten Autos stehen > 22h am Tag)
    Diese „Propheten“ sagen infolge eine Reduzierung auch des Verbrauches durch angepasste Geschwindigkeiten, vorausschauenderes (weil emotionsloseres) Fahren etc. vorher.
    Vielleicht sind es dann nur noch 15 kWH/100km.
    Es müssen dann auch deutlich weniger Autos produziert werden, also sparen wir schon wieder Strom ;-))))

Das alles nur mal so als Gedankenspiel …

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3 Comments

  1. ebenfalls ergänzend. Es sind die LKWs, Busse und immer noch Teile der DB zu elektrifizieren.
    Zudem haben wir noch Kohle und Atom zu ersetzen. Wer jetzt Angst bekommt geht davon aus, dass sich nur die Antriebsart ändert.
    Wir müssen schon auch die weiteren Werkzeuge nutzen die wir an der Hand haben.
    – Bereits eine Straßenleuchte (70 W NAV durch LED ersetzten) = je Leuchte = 800 – 1.300 Jahresfahrkilomenter.
    – Ein PV-Modul bringt ca. 1.000 – 1500 Jahresfahrkilomenter. PV-Carport erbringt je EV diesen o.g. Jahrsdurchschnittklilometerleistung 14.300 km.
    – Die Netzverluste unserer zentralen Kraftwerksstruktur sind 3-5 % gegenüber dezentral. (Die Kühlpumpen für die AKWs und Kohlegruben = Ewigkeitskosten bleiben uns dennoch)
    – u.s.w.u.s.v.
    …und wer jetzt noch etwas progressiver denken möchte? Die Überdachung einer BAB rechnet sich durchaus über die eingesparten Instalthaltungskosten und den Winterdienst. Besonders bei Abschnitten die eh beidseitig einen Lärmschutzwahl haben. Wer so etwas realisiert, kann natürlich darauf luminente PV-Module montieren. Ca. 7 kWp je BAB Meter. Viel Spaß hier beim ausrechnen, denn da kommt gewaltig etwas zusammen. Natürlich kann auch an dem Dach der Fahrdraht für die LKW und Fernbusse angebracht werden. und es gibt noch so viele ungenutzt Potentiale versiegelter Flächen, aber wem sage ich das. — > Wo ein Wille, da auch ein Weg, oder?

  2. Nachtrag (gibt es ein Möglichkeit für Korrekturen?) Es muss natürlich 14% = 84TWH Mehrbedarf heißen, nicht 14TWH . sorry > Allein mit dem aktuellen Überschuss könnte man schon ca. 18Mio eFahrzeuge jedes Jahr betreiben und dieser Überschuss wird aufgrund der wachsenden Erneuerbaren jedes Jahr überproportional weiter zunehmen.

  3. Noch eine kurze Anmerkung dazu. Um einen Liter Benzin herzustellen werden ca. 1,6 KwhEnergie (nicht nur Strom) benötigt. Das bedeutet ganz grob, dass mit der durchschnittlich gesparten Energie (die für 100km Verbrennerfahrt benötigt werden) aus der wegfallenden Bezinaufbereitung schon ca. 70km elektrisch gefahren werden könnten und deshalb in der Gesamtbilanz (global) nur ca. (14) 84 TWH Mehrbedarf benötigt würden (für 40Mio Fahrzeuge). Ein zweiter Punk ist, dass wir eine Stromüberschussbilanz von ca. 50TWH /2017 (jährlich weiter steigend) haben. Dieser wird nicht wie oft behauptet nur verschenkt, sondern im Schnitt mit ca. 1,4 € Mrd. (ca. 5c/kwh) verkauft. Würden wir diesen für elektrisches Fahren nutzen könnten wir gut das 4-5-Fache (ca. 6 Mrd. €) an einheimischer Wertschöpfung generieren. Mal abgesehen von der enormen Einsparung an Co2 und giftigen Abgasen ganz zu schweigen.

    streiche 14 setze 84 TWh

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